Eine Passion - viele Stationen
Am September-Anlass im Hotel Zofingen sprach Janine Geigele auch über die Diskriminierungen, welchen Frauen in der Sport- und Medienwelt immer noch ausgesetzt sind. «Lange Zeit hat meine Passion vieles verdeckt. Heute nervt mich das Heruntermachen der Frauen.» Die Schlechterstellung beim Lohn, die Reduktion auf Äusserliches und die durch die sozialen Medien noch schlimmer gewordene Hetze gegen Frauen geben der früheren Leichtathletin sehr zu denken.
Janine Geigeles Passion begann mit sechs Jahren, als ihr Ziel Sportjournalistin feststand. Und erst mit 43 Jahren gönnte sie sich erstmals ein freies Wochenende. Mit 13 Jahren sass sie in Biel bei Canal 3 erstmals vor einem Radio-Mikrofon und bald fuhr sie im Mannschaftscar mit dem EHC Biel an Auswärtsspiele und drückte am nächsten Morgen wieder die Schulbank. Mit 18 war sie erstmals Stadionsprecherin bei Weltklasse Zürich, später wurde sie beim Topevent der Schweizer Leichtathletik und an der EM 2014 Mediendirektorin. Beim Schweizer Fernsehen fiel ihr Talent Beni Thurnheer schnell auf. Schnell war dann auch ihr Abgang, offiziell wegen Sparmassnahmen. Dass sie als Sportreporterin angezweifelt wurde und Männern in die Quere kam, lässt sich aber sehr wohl vermuten.
Nach einem Gastspiel beim damaligen Radio DRS wiesen ihr die Erfahrungen den Weg in die Selbstständigkeit. Darin baute sie sich verschiedene Standbeine auf. In der Krisenkommunikation rät sie ihren Klienten zu einem offensiven Umgang mit Problemen, um eine unheilvolle Dynamik hin zu Skandalen zu vermeiden. Sie betreut Athletinnen punkto Auftrittskompetenz und versucht sie zu einem gesunden Selbstvertrauen zu ermutigen. Daneben übernimmt sie immer wieder Moderationen von Events und die Rolle als Medienchefin. Highlights waren ihre Einsätze für das Team Alinghi und das südafrikanische Team Shosholoza im Rahmen des America’s Cup. Die Arbeit für das bewusst aus Schwarzen und Weissen aufgebaute Segelteam war für sie eine sehr berührende Geschichte.
Jüngst konnte sie den Absturz eines früheren Kunden nicht verhindern. Der Abgang von Patrick Fischer als Eishockey-Nationaltrainer,
Engagiert und deutlich: Janine Geigele wusste das Publikum mit ihrem Vortrag zu packen.
Präsidentin Silvia Wilhelm gab Janine Geigele eine honigsüsse Stärkung auf den weiteren Weg.
nachdem SRF seinen Impfzertifikatsschwindel publik gemacht hatte, gab in der Fragerunde nach Janine Geigeles Referat viel zu reden. Die Seeländerin war in der Sache nicht informiert und deshalb auch nicht involviert, kam aber zum klaren Fazit, dass der Fall auf allen Seiten (Verband, SRF, Patrick Fischer) nur Verlierer produziert habe.