Den Halt im Leben durch Rugby gefunden

1984 in Kolumbien geboren, wurde sie von Schweizer Eltern adoptiert, als sie ein Jahr alt war. Ihre Kindheit und Jugend waren jedoch geprägt von der ständigen Suche nach Anschluss. Die Suche nach Halt zog sich auch durch die Pubertät und wurde durch den tragischen Todesfall ihres Adoptivvaters noch verschlimmert. An einer Party lernte Angela Stadelmann eine zierliche Frau mit blutig geschlagenen Knien kennen. Es folgte ein angeregtes Gespräch mit einer Einladung ins Rugbytraining, das Angela Stadelmann schon in der Woche darauf besuchte. Kaum auf dem Feld, spürte sie, dass sie endlich den Ort gefunden hat, an dem ihre Einzigartigkeit nicht aneckte, sondern gesehen und geschätzt wurde. Seither ist Rugby integraler Bestandteil ihres Lebens. In ihrem Stammverein, den Dangels Luzern, spielt die 168 cm grosse Spielerin auf der Position «loose head prop» und verschafft, wie Winkelried bei der Schlacht von Sempach, ihrem Team Raum, in dem sie sich in das Gedränge stürzt. Sie ist bis heute, seit der Einführung der Rugby-Nationalmannschaft im Jahr 2011, im Kader. 

Angela Stadelmann bot einen engagierten Vortrag über den Sport als Stütze für den eigenen Lebensweg und als Ort familiärer Zugehörigkeit, an dem die Herkunft keine Rolle spielt. Sie hat darin eine neue Familie gefunden, die Fehler verzeiht und sich auf die daraus resultierenden Erkenntnisse fokussiert, frei nach ihrem persönlichen Motto: «Löckchen schütteln und weiter.»

Daniel Bär, Urs Nützi und Silvia Wilhelm (rechts) danken Angela Stadelmann im Namen des Vorstands für das gelungene Referat.

Daniel Bär, Urs Nützi und Silvia Wilhelm (rechts) danken Angela Stadelmann im Namen des Vorstands für das gelungene Referat.